Obwohl der Hype um Web2.0 noch voll im Gange ist, wird schon an der nächsten Entwicklungsstufe des Internets gebastelt. Entwickler und Wissenschaftler sehen Web2.0 nur als Zwischenschritt und forschen bereits in Richtung einer voll vernetzten Zukunft. Das Web 3.0 wird an Intelligenz und Schnelligkeit alles Bekannte in den Schatten stellen und es wird allgegenwärtig sein.
„Im Web 3.0 werden alle Gegenstände des täglichen Lebens online vernetzt sein – vom Mobiltelefon bis zum Fotoapparat, vom Auto bis zur Stereoanlage. Die Menschen werden das Netz um sich herum nicht mehr spüren – es wird einfach da sein.“ [1]
Das so genannte Web3.0 soll eine Bedeutungsebene über das bestehende Web legen, die das Internet von einem Katalog zu einem Führer werden lässt. Dieses semantische Web, wie es auch genannt wird, soll über eine Art künstliche Intelligenz verfügen, die dem menschlichen Denken ähnlich ist.
Ein semantisches Web ist eine Erweiterung der gegenwärtigen Form des Webs, die Informationen mit einer wohldefinierten Bedeutung versieht um die verbesserte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Computer zu ermöglichen.
Ziel ist also, Daten, die im Internet übertragen werden, mit Bedeutungsinformationen (Semantik) anzureichern, so dass Computer den Sinn der Inhalte erfassen können wodurch ein „echter“ Dialog zwischen Mensch und Maschinen ermöglicht werden soll.
Ziel des Ganzen ist es, auf einfache Fragen sofort brauchbare Antworten zu bekommen, ohne stundenlang Suchmaschinenergebnisse durchforsten zu müssen.
Ein Beispiel wäre die Eingabe: „Ich suche einen warmen Ort, an dem ich meine Ferien verbringen kann und habe ein Budget von 3.000 Dollar. Außerdem habe ich ein elfjähriges Kind.“ Im Idealfall erstellt das Web3.0 ein komplettes Ferien-Paket, das so akribisch geplant ist, als hätte es ein persönlicher Berater im Reisebüro erstellt. [2]
Anfragen wie „Wann muss ich morgen das Taxi nehmen, um den ersten Flieger nach Berlin zu bekommen?“ werden im Semantic Web eine Kaskade verknüpfter Suchabfragen auslösen. Sie reichen von der Identifikation des aktuellen Standorts (über das im Notebook eingebaute GPS-Modul) sowie des nächstgelegenen Flughafens über die Abfrage von Flugzeiten, Preisen und freien Plätzen bis hin zur Suche nach einem Taxiunternehmen, das den Transport zum Flughafen übernehmen könnte. Findet der elektronische Assistent im Netz auf der Homepage des Taxiservice eine Faxnummer oder E-Mail-Adresse, kann er sogar selbstständig einen Wagen ordern. [1]
In folgender Grafik sieht man die Unterschiede der verschiedenen Web-Ausprägungen: [4]

Konkrete Anwendungen für Web3.0 gibt es bereits, so verriet Mitbegründer und Produktchef von Google, Larry Page:
Der Suchmaschinen-Gigant Google versucht, eine künstliche Intelligenz zu bauen – „in großem Maßstab“.
Nicht mehr viele würden versuchen, eine künstliche Intelligenz zu programmieren, dabei sei das Ziel nicht so weit entfernt, wie viele Leute denken, ist sich Page sicher. Denn die „Programmierung“ eines Menschen, die DNA, verdichte sich auf etwa 600 Megabyte – damit brauche sie weniger Speicherplatz als ein modernes Betriebssystem wie Linux oder Windows. Die DNA müsse als Programm das Gehirn „hochfahren“ und die fürs Denken nötigen Arbeitsschritte festlegen und steuern. Page nimmt den vergleichsweise geringen Informationsumfang der DNA als Anlass zu der Vermutung, dass menschliche Intelligenz weniger durch komplizierte Algorithmen geprägt wird, sondern vor allem aufgrund von umfassenden Berechnungen entsteht. Deshalb, ist Page überzeugt, werden sich irgendwann einmal Computer mit viel Rechenpower der menschlichen Intelligenz annähern können. [3]
Derzeit herrscht allerdings noch nicht einmal Einigkeit darüber, wie die Idee des semantischen Webs umgesetzt werden soll und einige Skeptiker halten sie überhaupt für utopisch. Manche sehen die einzige Möglichkeit darin, das bestehende Internet durch eine gigantische neue Struktur zu ersetzen, andere wiederum wollen pragmatische Werkzeuge entwickeln, um Bedeutungen aus dem bereits existierenden Web zu gewinnen. [2]



